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Rise of the IP - Wenn Filme Seriengeschichte schreiben

Diese zehn Produktionen verdanken ihre Existenz legendären Filmerfolgen.

Gerade erst ist sie wieder ausgiebig auf dem Serienfestival SERIESMANIA in Lille thematisiert (und beklagt) worden: Die zunehmende Bedeutung des Intellectual Property (kurz IP) im Seriengeschäft, bzw. der Mangel an Risikobereitschaft der Streamer, mit wirklich „originalen“ Stoffen um die Gunst des Publikums zu buhlen. Die Folge: Insbesondere all jene Streamingdienste, die als verlängerter Arm großer Studios fungieren, stürzen sich auf den eigenen Backkatalog, um ihn nach vielversprechenden und serialisierbaren Filmstoffen zu durchforsten. Die Ergebnisse waren und sind in der jüngeren Vergangenheit, bzw. nahen Zukunft, zu begutachten. 

GREASE - RISE OF THE PINK LADIES

Wo: Paramount+, ab 07.04.
Wer: Annabel Oakes (Schöpferin), Marisa Davila, Cheyenne Isabel Wells, Madison Thomspon (Darsteller*innen)
Was: Quasi das serielle Prequel rund um die Geschichte der Pink Ladies, die in den 1950er-Jahren von „Grease“ (1978) für Aufsehen sorgten.
Warum: Weil Musicals und insbesondere Musical-Serien aktuell Hochkonjunktur haben und die serielle Vorgeschichte den Macher*innen (und Fans) die Möglichkeit gibt, sich an über 30 neuen Songs zu erfreuen. 

DEAD RINGERS

Wo: Prime Video, ab 21.04.
Wer: Sean Durkin, Karyn Kusama, etc. (Regie), Rachel Weisz, Poppy Liu (Darsteller*innen)
Was: Die gendergeswappte Neuinterpretation des David Cronenberg-Klassikers „Die Unzertrennlichen“ (1987), in der ein Zwillingspaar moralische und medizinisch-ethische Grenzen überschreitet.
Warum: Weil wir gespannt sind, wie Rachel Weisz die Rollenvorgabe von Jeremy Irons ausfüllt und gleichzeitig ziemlich sicher sind, dass Regisseur*innen wie Karyn Kusama („The Invitation“) und Sean Durkin („Martha Marcy May Marlene“) Psycho- und Body-Horror ganz besonders gut können.

EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE

Wo: Paramount+, ab 01.05.
Wer: Alexandra Cunningham. Kevin J. Hynes (Schöpfer*innen), Lizzy Caplan, Joshua Jackson, Amanda Peet (Darsteller*innen)
Was: Serielle Neuauflage des gleichnamigen Kult-Thrillers von Adrian Lyne, der 1987 Glenn Close auf die Ehe von Michael Douglas und Anne Archer losgelassen hatte.
Warum: Weil sich über 35 Jahre nach dem Original die Rollenbilder ein wenig verändert haben dürften und Lizzy Caplan als Femme Fatale sich möglicherweise als Idealbesetzung gegen einen oft eher farblosen Joshua Jackson herausstellen könnte. 

WILLOW

Wo: Disney+ 
Wer: Jonathan Kasdan (Schöpfer), Warwick Davis, Ellie Bamber, Ruby Cruz (Darsteller*innen)
Was: Späte serielle Fortsetzung des gleichnamigen High-Fantasy-Hits von 1988, für den George Lucas und Ron Howard gemeinsame Sache mit Val Kilmer (und Warwick Davis) machten.
Warum: Weil Warwick Davis so lange auf sein Comeback hingearbeitet hat und der eher humoristische Fantasy-Ansatz wohltuende Abwechslung verspricht. Allerdings wurde „Willow“ auch schon wieder abgesetzt …

FARGO

Wo: Prime Video, Joyn, Magenta TV
Wer: Noah Hawley (Schöpfer), Billy Bob Thornton, Kirsten Dunst, Ewan McGregor, Chris Rock (Darsteller*innen)
Was: Die auf aktuell 4 Seasons ausgebreitete Auslotung der Untiefen des menschlichen Charakters, angesiedelt im filmischen Universum, das die Coen-Brüder mit dem oscarprämierten „Fargo“ (1996) ersonnen hatten.
Warum: Weil jede Staffel der Anthologieserie noch wildere Haken schlägt als die vorhergehende und die imposant besetzten vier Staffeln das filmische Original in Sachen erzählerischer Finesse fast noch überragen. 

DER HERR DER RINGE: DIE RINGE DER MACHT

Wo: Prime Video
Wer: Patrick McKay, J. D. Payne (Schöpferin), Morfydd Clark, Markella Kavenagh, Daniel Weyman (Darsteller*innen)
Was: Der imposante und gigantisch teure Versuch von Amazon Prime, im Rückgriff auf Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Adaptionen dem „Game of Thrones“-Universum das Wasser abzugraben.
Warum: Weil das in Sachen visueller Reizüberflutung und Gigantomanie sicher seinesgleichen sucht im aktuellen Seriengeschäft und weil weiblichere und diversere Fantasywelten längst überfällig sind.

WESTWORLD

Wo: Wow
Wer: Jonathan Nolan und Lisa Joy (Schöpfer*innen), Evan Rachel Wood, Ed Harris, Thandie Newton, Jeffrey Wright
Was: Die serielle Mindfuck-Variante zum Michael Crichton-Klassiker von 1973, in dem Yul Brynner als Roboter-Cowboy in einem futuristischen Vergnügungspark Amok laufen darf.
Warum: Weil die erste Staffel mit ihrer verschachtelten Erzählweise selige „Lost“-Zeiten wieder aufleben ließ und es die vierte nach zwei durchwachsenen Seasons besser machte, als das große Vorbild.

WHAT WE DO IN THE SHADOWS

Wo: Disney+
Wer: Jermaine Clement (Schöpfer), Kayvan Novak, Matt Berry, Natasia Demewtriou (Darsteller*innen)
Was: Die serielle US-Adaption des legendären neuseeländischen Mockumentary-Hits von 2014, der Taika Waiti endgültig in die Oberliga Hollywoods katapultiert haben dürfte.
Warum: Weil wir nicht genug bekommen können von der sympathischen Vampir-WG und ihren schwarzhumorigen Umtrieben, die mittlerweile in die fünfte und sechste Staffel verlängert worden sind.

HANNIBAL

Wo: Joyn, Athaus+, Sony AXN
Wer: Bryan Fuller (Schöpfer), Mads Mikkelsen, Hugh Dancy, Laurence Fishburn (Darsteller*innen)
Was: Die kongenial weitergedachte serielle Symbiose zwischen Profiler Will Graham und dem durch „Das Schweigen der Lämmer“ (1988) zu Weltruhm gelangten „Hannibal the Cannibal“ 
Warum: Weil Mads Mikkelsen in der einst von Sir Anthony Hopkins verkörperten Rolle eine Wucht ist und phasenweise beinharter Horror selten kunstvoller und psychologisch fundierter inszeniert wurde als hier.

ANDOR

Wo: Disney+
Wer: Tony Gilroy (Schöpfer), Diego Luna, Stellan Skarsgard, Fiona Shaw, Denise Gough (Darsteller*innen)
Was: die serielle Rückkehr zu dem, was das „Star Wars“-Universum hätte sein können, wenn es erwachsen geworden wäre. Basierend auf der zweitbesten „Star Wars“-Tragödie „Rogue One“ (2016).
Warum: Weil das von George Lucas erdachte Universum hier erstmals charakterliche und geografische Tiefe erhält und in absolut jeder Hinsicht neue serielle Maßstäbe gesetzt hat. Nicht nur für „Star Wars“.