Zu den eindrücklichsten filmischen und seriellen Dokumenten im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern gehören jene Stoffe, die über die Grenzen hinweg realisiert wurden. Das galt schon vor Jahren mit Stoffen wie „False Flag“ und „Fauda“ und das gilt auch für „Fadia“, das sich einem Thema widmet, das mit dem Nahost-Konflikt eigentlich gar nichts zu tun hat: Femiziden im Namen einer falsch verstandenen Familienehre. Auch die junge Fadia soll deshalb sterben – durch die Hand derer, die eigentlich zu ihrem Schutz bestellt sind: die eigene Familie. Zum Sterben zurückgelassen, wird sie von Nachbarn gerettet, die alles dafür riskieren, um ihren Schutz auch weiterhin zu gewährleisten. Aber auch für Fadia ist der Kampf noch längst nicht vorbei: Sie muss sich mit den ihr aufgebürdeten Traumata auseinandersetzen und (wieder) eine Stimme finden. Übrigens sinnbildlich für viele Frauen, die lebensbedrohliche Repressalien im Namen der Ehre gerade dort erfahren, wo eigentlich ein Schutzraum gegeben sein sollte: Im eigenen Heim. Selbst dann, wenn jenes in einem der gefährlichsten Gebiete der Welt liegt.