Wer gedacht hat, das Zeitalter alternativer Fakten und groß angelegter wirtschaftspolitischer Ränkespiele habe erst mit Trump und seiner Armada williger Handlanger:innen mit jeweiligen Eigeninteressen begonnen, der darf sich verwundert die Augen reiben. Weil erstens nicht erst seit gestern die Gier nach Öl den Markt bewegt und zweitens seine Verknappung offenbar schon immer allerhand bizarre Pläne und Player auf den Plan gerufen hat. Wie im Falle der französisch-belgischen Prestige-Produktion „Eldorado“, die vor dem Hintergrund der verzweifelten Suche nach dem Schwarzen Gold während der Ölkrise von 1973 angesiedelt ist. Hier wird das Forscherteam aus einem belgischen aristokratischen Physiker und einem gewitzten italienischen Fernsehtechniker zu Partnern von Elf Aquitaine, die behaupten, mit einem physikalischen Messgerät aus der Luft nicht nur Wasser, sondern auch Erdölvorkommen identifizieren zu können. Wie viele andere Geschäftsmodelle auch ein ziemliches Luftschloss, das mit allerhand technischen Tricks für den Investor am Leben gehalten wird. Basierend auf einem der größten Betrugsskandale der jüngeren französischen Wirtschaftsgeschichte, funktioniert das Geschehen in „Eldorado” wie die Blaupause für zahlreiche Deepfake- und Business-Fantasien.