Turn The Screen? Vertical & Microdrama and the Future of Storytelling

Mi., 10.06.26 / 14:00 – 17:00Herbrand's RondellBo Zhang, Will Buckingham, Felix Mann, Lukas Lankisch, Gregor Sauter, Kerstin Höckel, Beliban zu Stolberg, Tobias Ketelhut, Nitay Dagan, Gerhard Maier
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Vertical Storytelling und Mikrodramen verändern derzeit rasant die Art und Weise, wie Serien produziert, verbreitet und konsumiert werden. Dabei folgen beide jedoch ganz unterschiedlichen Regeln. Diese „Fish Bowl“-Sitzung beleuchtet die wesentlichen Unterschiede zwischen vertikalen Social-Media-Inhalten, die von algorithmengesteuerten Plattformen und offener Verbreitung geprägt sind, und Mikrodramen, die für geschlossene, kostenpflichtige Ökosysteme mit eigener Erzähllogik und eigenen Geschäftsmodellen konzipiert sind.
Aufbauend auf diesen Unterscheidungen wendet sich die Diskussion den weiterreichenden Auswirkungen auf die Branche zu. Werden diese Formate zu Einstiegspunkten und Testfeldern für die Entwicklung „klassischer“ Serien? Können sie als iterative Labore für das Storytelling fungieren, angetrieben von Daten und Rückkopplungsschleifen des Publikums? Oder etablieren sie sich als völlig unabhängige Geschäftsmodelle mit eigenen Wertschöpfungsketten und Produktionsinfrastrukturen?

Gleichzeitig befasst sich die Session mit der kreativen Dimension. Vertikale Formate sind stark von der Plattformlogik geprägt – von der „Hook-Economy“ der Nutzerbindung über algorithmische Bindung bis hin zu standardisierter Ästhetik –, während sich das Mikrodrama auf hyperkomprimiertes Storytelling, von Cliffhangern getriebene Erzählungen und die Industrialisierung von Genres stützt. Was bedeutet das für die kreative Freiheit? Schränken diese Formate durch Kuratierung, Zensur und Zuschauererwartungen ein, was erzählt werden kann – oder eröffnen sie neue Formen der Innovation und des narrativen Experimentierens?
Mit Keynote-Beiträgen, Podiumsdiskussionen und aktiver Publikumsbeteiligung lädt dieses Fish Bowl zu einem offenen Austausch darüber ein, ob vertikale Formate und Mikrodramen lediglich neue Formate oder erste Anzeichen einer tiefergehenden Transformation des audiovisuellen Storytelling sind.

In Kooperation mit Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH.